Süßstoffe und Gesundheit

Kategorie: Ernährung, Musenhof Zahnklinik
Süßstoff

Optisch ist streufähiger Süßstoff von Zucker kaum zu unterscheiden ©iStockphoto.com/Arthur Carlo Franco

Streitthema Süßstoffe – Sicherer Zusatzstoff?

Beim Süßstoff streiten sich die Geister. Der kalorienfreie Zuckerersatz stehe im Verdacht, den Appetit zu steigern, krebserregend zu sein und aus reiner Chemie zu be­stehen, sagen die einen. Solche Behauptungen seien „moder­ne Ernährungsmärchen", meint hin­gegen der Vorsitzende des Deut­schen Kompetenzzentrums für Ge­sundheitsförderung und Diätetik, Sven-David Müller, Autor zahlreicher Ernäh­rungsratgeber. „Über keinen Lebensmittelzusatzstoff gibt es so viele halt­lose Mythen wie über Süßstoff", sagt Müller. Weil Süßungsmittel oft in der Kri­tik stehen, gehören sie zu den am besten untersuchten Substanzen. Schließlich werden sie laut Schät­zungen täglich von mehr als einer Milliarde Menschen weltweit ver­wendet. Die Europäische Union hat neun Süßstoffe als unbedenklich ein­gestuft und zugelassen, die Weltgesundheitsorganisati­on versieht sie mit dem höchsten Un­bedenklichkeitsstatus für Lebens­mittel „GRAS" (generally recognized as safe).

Heißhunger-Theorie gilt als widerlegt

Andererseits hält sich hartnäckig die Ansicht, Süßstoff würde das Hunger­gefühl verstärken und damit jeden Abnehm-Effekt gleich wieder zu­nichte machen. Das vermuteten je­denfalls Wissenschaftler nach Studi­en in den 80er Jahren. Eine Theorie besagt, dass allein der süße Ge­schmack die Insulin-Ausschüttung anrege, wodurch zuviel Zucker im Blut abgebaut und der Hunger ausge­löst werde. Diese Ansichten sind je­doch durch viele Studien eindeutig widerlegt, sagt Prof. Andreas Pfeiffer vom Deut­schen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Die Rezeptoren im Darm, die die Freisetzung von In­sulin stimulieren, wurden nur durch richtigen Zucker angeregt, nicht durch Ersatzstoffe.

Aber taugt Süßstoff tatsächlich auch zum Abnehmen? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rechnet vor, dass ein konsequenter Einsatz für einen Gewichtsverlust von etwa 200 Gramm pro Woche sorgen kann - das wären immerhin gut zehn Kilo jährlich. Doch wer sich weiter But­tercremetorte bestelle und Süßstoff als Alibi für weitere Fehlernährung nutze, werde natürlich nicht abneh­men, schränkt Ernährungsexperte Pfeiffer ein. „Süßstoffe haben keine pharmakologische Wirkung, die das Körpergewicht senkt oder erhöht." Süßstoffkonsum stehe also nicht im Zusammenhang mit dem Körperge­wicht.

Süßstoffe und E-Nummern

Manche gesundheitsbewussten Verbraucher schrecken auch deswegen vor Zu­satzstoffen zurück, weil diese ggf. mit einer „E-Nummer“ auf der Verpackung ge­kennzeichnet sind. Zu bedenken ist hier, dass beispielsweise auch zugefügte Vitamine E-Nummern bekommen.

Außerdem sind etwa die Hälfte der Süßstoffe Natur­produkte. Thaumatin etwa wird aus der in Afrika beheimateten Frucht Katemfe gewonnen, „Neohesperidin-­Dihydrochalcon“ aus den Schalen von Bitterorangen. Auch der synthetisch erzeugte Süßstoff Aspartam erwies sich nach etlichen Untersuchungen der Deutschen Forschungsgemein­schaft als unbedenklich. Auch ein Zu­sammenhang zu bestimmten Krankheitsbildern konnte in keinem einzigen Fall bestätigt werden.

Süßstoffe und Zahngesundheit

Auch das Kauen von Kaugummis – vor allem nach dem Essen – gilt als vorteilhaft für die Zahngesundheit, weil das Kauen Essensreste entfernt und den pH Wert im Mund zu erhalten hilft. Doch sollte man beim Kauf darauf achten, dass es Kaugummis ohne Zuckerzusatz sind. Auf den Packungen von Kaugummis, die zahnfreundlichen Süßstoff verwenden, ist folgendes Zeichen abgebildet:

 

Der entsprechende Test zur Bestätigung der Zahnfreundlichkeit wird an einem dafür qualifizierten Universitätsinstitut durchgeführt. Er gilt als bestanden, wenn die Süßwaren während und bis 30 Minuten nach dem Verzehr im Zahnbelag keinen pH-Abfall unter 5,7 verursacht haben. Die Zahnmännchen-Süßigkeiten enthalten keinen Zucker, sondern Ersatz- und Austauschstoffe, dazu wenig Frucht- oder andere Säuren, die Zähne schädigen können.

Aber Achtung: Allzu viel sollte man davon nicht genießen. Sonst kann es – je nach Empfindlichkeit – zu Blähungen oder sogar Durchfallerscheinungen kommen. Noch besser: Lassen Sie es bei den normalen Süßigkeiten, aber nicht über den ganzen Tag verteilt; und nach dem

 

Fazit:

Auch wenn der Mensch als Organismus genetisch weitgehend unverändert geblieben ist und damit eine Kost mit natürlichen Lebensmitteln jederzeit zu bevorzugen ist, ist der Umkehrschluss, dass technologische Errungenschaften auf dem Gebiet der Ernährung primär der Industrie nutzen und dem Menschen zum Nachteil seien, nicht haltbar. Süßstoffe können - gezielt eingesetzt - sehr dienlich sein für die Zahngesundheit und zum Gewichtserhalt –v.a. in der heutigen Lebensmittelkultur, die sich immer noch durch übermäßigen und oft verdeckten Einsatz von Zucker, Zuckersirupen usw. auszeichnet.
Denn wussten Sie, dass z.B. in 500 ml Ketchup 40 Stück Zucker (entspricht etwa ¼ der Menge an Ketchup) enthalten sind?

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Tags: Sacharin,Süßstoff

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